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Friedrich Gottlieb Klopstock

Der deutsche Dichter wurde am 2. Juli 1724 in Quedlinburg als Erster von 17 Geschwistern geboren. Seine Eltern waren wohlhabend, und auch zahlreiche seiner Vorfahren waren seit Jahrhunderten in angesehenen Berufen tätig und gehörten damit zur Oberschicht.

Lebenslauf

Seine gehobene Stellung macht sich schon in Klopstocks humanistischer Ausbildung an der Fürstenschule in Schulpforte bemerkbar, die er im Alter von 15 Jahren genoss. Ab 1745 begann er das Studium der Theologie in Jena, was zur damaligen Zeit nur einem ausgewählten Kreis möglich war. Von Jena ging er nach Leipzig und studierte dort. 1759 verbrachte er eine Zeit in seiner Geburtsstadt Quedlinburg, danach lebte er bis 1762 in Braunschweig und Halberstadt. Bis 1771 hielt er sich in Kopenhagen auf, von wo er nach Hamburg ging. 1776 lebte er vorübergehend in Karlsruhe. Erneut in Hamburg, verstarb er dort am 14. März 1803.

Friedrich Gottlieb Klopstock
Stahlstich um 1760

Klopstocks Eltern und Großeltern

Sein Vater Gottlieb Heinrich Klopstock war Fürstlich mansfeldischer Kommissionsrat und wurde am 18.07.1698 in Quedlinburg geboren. Dieser starb dort am 28.10.1758. Er hatte die Herrschaft Friedeburg in der Grafschaft Mansfeld gepachtet. Die Eltern des Vaters waren Karl Otto Klopstock, ein Rechtsanwalt (* Quedlinburg 09.09.1667 + Quedlinburg 15.02.1722) und Juliane Maria Windreuther (* Quedlinburg 23.01.1671 + Quedlinburg 19.02.1751). Friedrich Gottliebs Großvater Karl Otto erwarb 1702 auch das Haus am Platz Finkenherd, in dem der Dichter geboren wurde.

Seine Mutter Anna Maria Schmidt stammte aus einer Familie, die in Bad Langensalza bis ins 14. Jahrhundert nachgewiesen ist. Sie wurde dort am 13.01.1703 geboren. Am 09.09.1723 heiratete sie nach Quedlinburg und starb dort am 27.05.1773. Der Vater der Mutter war Georg Christoph Schmidt, ein Kauf- und Handelsmann, der sich als Raschfabrikant betätigte, dabei handelt es sich um die Herstellung einer besonderen Art von textilen Stoffen. Zudem war er Ratskämmerer. Er wurde am 19.12.1659 in Mühlhausen / Thüringen geboren. Dort lässt sich die Familie Schmidt bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurückverfolgen. Er heiratete am 25.02.1690 in die Heimat seiner Frau Catharina Juliane Aurbach (* 08.02.1671), nach Langensalza, und starb dort am 28.11.1711. Diese Familie ist bis zu einem Kurt Aurbach nachgewiesen, der 1382 in Langensalza geboren wurde. Zieht man die weiteren Belege heran, führt ein Zweig ebenfalls nach Mühlhausen, wo der Vorfahre Heinrich Steinbach von 1296 bis 1328 Ratsherr war. Catharina Juliane starb am 21.01.1729 in Langensalza. Mit ihrem Ehemann Georg Christoph hatte sie neun Kinder.

Klopstockhaus in Quedlinburg

Klopstocks Geschwister

Der Dichter hatte 16 Geschwister, die alle nach ihm geboren wurden. August Philipp (* 01.10.1725 + 20.12.1798), Maria Sophia (* 12.05.1727 + 28.03.1794), Johann Christian (* 06.11.1728 + 03.10.1733), Johanna Viktoria (* 17.07.1730 + 18.04.1780), Christiane Friederike Magdalena (* 25.10.1732 + 27.09.1733), Juliane Friederike (* 13.06.1734 + 29.01.1762), Henriette Ernestine (* 13.06.1734 + 12.09.1799), Charlotte Viktoria (* 12.07.1735 + 01.08.1809), eine totgeborene Schwester (* + 15.04.1736), Karl Christoph (* 29.06.1737 + 05.07.1803), Johann Christoph Ernst (15.11.1739 + 08.05.1798), eine Totgeburt (* + 26.02.1741), Anna Maria (* 20.05.1742 + 20.09.1742), Christian Heinrich (* 17.07.1743 + 05.07.1808), Viktor Ludwig Christian (* 03.09.1744 + 27.11.1811) und Christian Gottfried (* 16.10.1746 + 15.03.1747). Die Geschwister wurden zum Teil in Quedlinburg geboren, die anderen in Friedeburg an der Saale.

Heiraten - Am 10.06.1754 heiratete Friedrich Gottlieb Klopstock Margarethe Moller (* Hamburg 16.03.1728). Sie verstarb jedoch in Hamburg am 28.11.1758. Am 30.10.1791 heiratete F. G. Klopstock Johanna Elisabeth geborene Dimpfel (* Hamburg 26.07.1747), die Witwe von Johann Martin von Winthem (1738 - 1789). Sie war die Nichte seiner ersten Ehefrau.
Viktor Ludwig Christian heiratete am 15.10.1782 Anna Maria Hundt, die am 06.01.1757 in Wismar geboren wurde und am 21.05.1811 in Hamburg starb.

Die letzte Ruhe - Viktor Ludwig überlebte seine Ehefrau nur um ein halbes Jahr. Vor der Hamburger Christianskirche in Altona befindet sich das Familiengrab Klopstock. Hier wurde der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock am 22.03.1803 beigesetzt. Neben ihm liegt seine erste Ehefrau Margareta Moller. Ihnen zum Andenken sind die Grabsteine mit ehrenvollen Texten versehen. Davor fand sein Bruder Viktor Ludwig mit Frau Anna Maria und Sohn im Jahre 1811 seine letzte Ruhe.

Friedrich Gottlieb Klopstock`s Grabstätte in Hamburg-Altona. Daneben das Grab seiner ersten Ehefrau Margareta Moller. Im Vordergrund das Grab seines Bruders Viktor Ludwig mit Frau und Sohn.

Familienumfeld

So gehoben die Familie war, mag es nicht verwundern, dass sich unter den Verwandten und Vorfahren auch zahlreiche angesehene Namen und Berufe wiederfinden. Deren besondere Gesellschaftsstellung wird schon dadurch deutlich, dass einige davon über Leichenpredigten verfügen. Dies war nur bedeutenden und reichen Menschen vergönnt. Dabei handelt es sich um eine Textsammlung mit Lebensläufen, Gesängen, Poesie und Andenken von Familie und Freunden, die anlässlich einer Trauerfeier in begrenzter Auflage gedruckt wurde.

Eine Ururgroßmutter Klopstocks war Catharina Cotta (* Eisenach 28.10.1592 + Langensalza 21.04.1639). Sie heiratete am 28.05.1615 Johann Aurbach, einen Handelsherrn aus Langensalza (* dort 08.11.1586 + dort 06.03.1645). Sie stammte aus der berühmten Eisenacher Familie mit angeblich römischer Abkunft. Über Mailand, wo sie im Mittelalter als Adelige ansässig waren, seien sie dann in mitteldeutsche Gefilde gelangt. Bonaventura (* ~ 1370) wurde Eisenacher Bürger und Ortsschulze in Cottendorf. Wegen ihrer Treue zum Kaiser und der Tapferkeit in den Kämpfen gegen damalige Reichsfeinde soll Kaiser Sigismund die Cottas in der Bartholomäusnacht des Jahres 1420 zu Prag mit einem Adelsbrief ausgestattet haben. Eine Theorie, wonach die gleichnamige Tübinger Buchverlegerfamilie zum gleichen Stamm gehören soll, konnte bis jetzt nicht endgültig belegt werden.

Klopstocks Denkmal bei Quedlinburg

Ein Altgroßvater war Dr. Johann Mattenberg, Leibarzt des französischen Königs Heinrich IV und später Gothaer Bürgermeister. Er wurde am 26.05.1550 in Hannoversch Münden geboren und starb am 06.06.1631 in Gotha. Mit seiner Ehefrau Catharina Petzold (* Gotha 26.10.1568 + Gotha 05.10.1609) hatte er die Tochter Maria Mattenberg (* Gotha 13.07.1597 + Jena 30.03.1660). Diese heiratete den berühmten Theologen Prof. Dr. theol. Johann / Johannes Gerhard (* Quedlinburg 17.10.1582 + Jena 17.08.1637), der die These der lutherischen Orthodoxie vertrat. Er studierte in Wittenberg und Jena Philosophie, Medizin und Theologie und erhielt in letzterem sowohl den Doktor- als auch den Professorentitel. In seiner Laufbahn war er an verschiedenen Universitäten tätig, die meiste Zeit blieb er in Jena. Mit seiner Frau Maria hatte er 10 Kinder.

In dieser Familie gibt es noch mehr Bürgermeister: Auch Johann Mattenbergs Vater Christoff (* Hannoversch Münden 1525 + dort 1594) war Bürgermeister, nachdem er sich als Kaufmann, von 1562 bis 1566 als Kaufmeister und seit 1563 als Ratsherr betätigt hatte. Im Jahre 1582 erbaute er das Haus in der Lange Straße 20. Vater Hermann kam aus dem hessischen Immenhausen am Reinhardswald und ließ sich 1501 in Hannoversch Münden nieder. Die Ehefrau von Christoff Mattenberg war Catharina Schweiss, geboren in Kassel, die Tochter des dortigen Bürgermeisters Johann Schweiss. Dessen Vater Leonhard war wiederum selbst Bürgermeister in Kassel und dessen Vater Johann starb dort zwischen 1504 und 1507 im Dienste des Landgrafen Wilhelm von Hessen.

Notgeld der Stadt Quedlinburg vom 1. Juni 1921
Porträt von Friedrich Gottlieb Klopstock
mit Vers "Mein Vaterland" (1768)

Die Schwester von Friedrich Gottlieb Klopstocks Mutter Anna Maria, Martha Maria Schmidt (* Langensalza 31.07.1701 + Langensalza 23.05.1772) heiratete in ihrer Heimatstadt am 03.09.1721 Andreas Christian Leisching (* Crimmitschau 23.10.1683 + Langensalza 24.11.1757), der Pfarrer und Diakon bei Sankt Stefani in Langensalza war. Der Sohn Karl Gottlob Leisching (* Crimmitschau 28.12.1725 + Langensalza 03.11.1806) war Superintendent bei der Kirche und dreimal verheiratet.

Eine weitere Schwester der Mutter, Christiane Maria Schmidt (* Langensalza 22.08.1691 + Mühlhausen / Thüringen 23.06.1758) erbaute ein mit dem Wappen verziertes Haus in der Felchtaer Straße in Mühlhausen und heiratete dort am 07.11.1707 Christian Lutteroth. Dieser wurde am 23.06.1675 in Harkerode geboren, war Tuchmacher und ließ sich 1713 in Mühlhausen nieder. Er gründete "Lutteroth Gebrüder", die damals bedeutendste Tuchfabrik Thüringens und handelte auch mit ausländischen Tuchen. Er wurde 1719 Ratsherr zu Mühlhausen und starb am 26.10.1720 bei einem Aufenthalt auf der Messe in Leipzig. Die Familie Lutteroth hat sich als Kaufmänner und Händler ein großes Imperium aufgebaut. Sie haben verwandtschaftliche Beziehungen zu vielen Adligen und in alle geografischen Richtungen, sei es nach Berlin, ins ehemalige Ostpreußen, ins Elsass, nach Paris und gar bis auf die Iberische Halbinsel. Weitläufige Verwandtschaft besteht auch mit Otto von Guericke (* Magdeburg 20.11.1602 + Hamburg 11.05.1686), einem deutschen Politiker, Wissenschaftler und Jurist. Nach diesem ist die Magdeburger Universität benannt.

Die jüngeren Ableger der Lutteroths haben sich in Hamburg niedergelassen und wurden dort erfolgreich. Bedeutende Vertreter sind hier etwa Ascan Wilhelm Lutteroth (* Mühlhausen / Thüringen 22.09.1783 + Hamburg 20.12.1867, Kaufmann und Senator), dessen Enkel Ascan Lutteroth (* Hamburg 05.10.1842 + dort 02.02.1923, Landschaftsmaler), seine Cousine Emma Lutteroth (* Hamburg 27.01.1854 + München 09.03.1894, Landschaftsmalerin), Ascan Wilhelms Enkel Arthur Lutteroth (* Hamburg 21.06.1846 + dort 11.06.1912, Bankier und Abgeordneter) und dessen Sohn Ascan Wilhelm Lutteroth (* Hamburg 06.12.1874 + dort 01.08.1960, Landgerichtsdirektor und Genealoge).

Friedrich Gottlieb Klopstock
Gemälde von Jens Juel
(1745 - 1802)

Die Werke Klopstocks

Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Gesänge des Messias (1748), Klopstocks Oden (1750) und Hermanns Schlacht (1769). Von diesen veröffentlichte er mehrere Teile. Daneben verfasste er auch Sammlungen von geistlichen Liedern, Poesie und Briefen. Dazu kamen philosophische Werke wie Von dem Fehler andre nach sich zu beurtheilen (1758), wissenschaftliche wie Von dem Range der schönen Künste und der schönen Wissenschaften (1758) und politische Schriften wie Die deutsche Gelehrtenrepublik, ihre Einrichtung, ihre Gesetze, Geschichte des letzten Landtags (1774). Einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit setzte er auf die Grammatik, die Sprache und Dichtkunst sowie Übersetzungen. Er beschäftigte sich mit griechischen Silben, der Rechtschreibung und lateinischen Übersetzungen des Messias.

Klopstock war Mitglied der Freimaurerloge "Zu den drei Rosen". In Quedlinburg wird ihm mit einem Denkmal gedacht, in seinem Geburtshaus erinnert ein Museum an ihn.

Friedrich Gottlieb Klopstocks Stammbaum ließe sich beliebig fortsetzen. Seine Vorfahren sind bis ins 13. Jahrhundert belegt. Einige haben sich schon mit dem Stammbaum Klopstocks beschäftigt, und dank der zahlreichen, teils noch nicht erschlossenen Quellen sind auch Korrekturen und Ergänzungen jederzeit möglich.